Der Kärntner Freiheitskampf
Vor mehr als 100 Jahren hat die damalige Kärntner Bevölkerung in einem beispiellosen Akt
der Demokratie und Selbstbestimmung mit enormem Mut den Grundstein für unser heutiges
Bundesland gelegt.
Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel 1918 die Habsburger Monarchie. Das neue Jugoslawien
wollte große Teile Kärntens für sich beanspruchen und südslawische Truppen besetzten Ende 1918
Kärntner Städte und Dörfer. Der Kärntner Landtag wehrte sich dagegen und beschloss, Widerstand
gegen die Besetzung Kärntens zu leisten.
Am 5. Dezember beschloss die provisorische Kärntner Landesversammlung den militärischen
Widerstand. Mit den bewaffneten Auseinandersetzungen bei Grafenstein am 15. Dezember 1918
begann der Kärntner Abwehrkampf, der zwischen 29. April und 7. Mai 1919 seinen Höhepunkt
erreichte und mit der Besetzung Klagenfurts durch SHS-Truppen am 6. Juni 1919 endete.
Der Abwehrkampf begann mit viel Leid, bis auf der Pariser Friedenskonferenz ein Kompromiss
gefunden wurde und der Mut und der Selbstbestimmungswille der Bevölkerung die
Volksabstimmung 1920 möglich machte.
Am 10. Oktober 1920 durften die Menschen zum ersten Mal in einer Volksabstimmung
entscheiden, zu welchem Staat sie gehören wollten. Zu Österreich oder zum damaligen
Jugoslawien. Es war damals einmalig in der Geschichte, dass ein Volk über die Grenzziehung
abstimmen konnte. In anderen europäischen Ländern wurden die Grenzen ohne Mitsprache
der Bevölkerung gezogen.
59 Prozent der Abstimmenden entschieden sich für Österreich, 41 Prozent für Jugoslawien.